Wie fit sind Fussballspieler?
Die körperliche Fitness ist neben dem spielerischen
Können eine wichtige Voraussetzung für Fußballspieler.
Und so wird in Läuferkreisen auch gern einmal
genau darüber gefachsimpelt. Und wie soll es auch
anders sein, es wird der Vergleich von dem Ausdauervermögen
von Fußballspielern aus dem Profi- bzw. Halbprofibereich
mit dem von Freizeit-Langstreckenläufern angestellt.
Wer aber genau hinschaut, wird sehen, wie schwer
dieser Vergleich allerdings hinkt.
Immer wieder ist die Fitness der Spieler, beispielsweise
von Michael
Ballack vom FC Chelsea London, ein Thema,
das gern von der Boulevardpresse aufgegriffen
wird. So lässt sich mit einfachen Mitteln das
Bild von einem Profi kreieren, der sehr viel Geld
verdient, aber dennoch trainingsfaul ist. Ein
ähnliches Bild ist in der Laufszene seit langem
anzutreffen. Hier wird gemunkelt, dass ein Profi-Fußballer
mit einem Freizeit-Marathonläufer in Punkto Ausdauer
nicht mithalten könnte. Doch die Bundeligaprofis
nutzen nicht nur Laufrad und Crosstrainer um fit
zu bleiben, sondern machen der Abwechslung wegen
auch allerhand Waldläufe.
Jeder Spieler hat seine Aufgabe auf dem Spielfeld.
Und unterscheiden sich die Ansprüche an die Ausdauerleistung
an einen Mittelspieler deutlich von dem eines
Torhüters. Ein Spieler wie Lukas Podolski vom
FC
Bayern München läuft im Spiel eine durchschnittliche
Strecke zwischen neun und elf Kilometern. Dabei
spielt es keine Rolle ob er und seine Teamkollegen
Bundesliga
Trikots tragen oder ob er mit der National
Elf spielt. Diese Strecke, die während eines Spiels
zurückgelegt wird, teilt sich auf in etwa vier
Kilometer Jogging-Tempo, zwei Kilometer werden
in flottem Tempo zurückgelegt, etwa zweieinhalb
Kilometer werden gegangen und 600 Meter legt der
Spieler in Rückwärtsbewegung zurück. Auch das
Herz muss dabei Höchstleistungen zeigen, da die
Herzfrequenz meist über 80 Prozent der maximalen
Herzfrequenz liegt. Ähnlich wie bei einem Läufer
während eines 10-km-Wettkampfes werden auch hier
entsprechend Laktatwerte erreicht.
2001 zeigte eine Untersuchung, dass die Spitzenspieler
eine Ausdauerfähigkeit eines guten 400-m-Läufers
besitzen. Nun muss ein Bundesliga-Stürmer eher
ein Sprinter als ein Ausdauerläufer sein und entsprechend
den spielerischen Anforderungen seine Ausdauerleistung
trainieren. Jedoch sollte er die Ballarbeit nicht
auf Kosten der Ausdauer vernachlässigen.
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Fußballspieler
sehr fit sind. Und das gilt nicht nur für die
Bundesliga. Das Fußballfeld ist groß und bei einer
Größe von 100 x 70 x gehört das Laufen einfach
mit zum Fußballspielen. Und wer einmal ganze 90
Minuten durchgespielt hat, wird schnell merken,
dass Fußball ein sehr anspruchsvolles Spiel ist.
Personal
Trainer Horst Kellner